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Atomos AtomX CAST: Live mit dem Ninja V?

Der AtomX CAST verwandelt den Atomos Ninja V in einen Live-Switcher. Diese Kombination ist eine der kompaktesten Lösungen für Übertragungen in 1080p. Damit will die Firma in einen Markt einsteigen, der derzeit von Blackmagic mit der ATEM Serie und der Yolo Box beherrscht wird. Kann dieses Zusatzmodul mit dezidierten Geräten mithalten?

Quelle: Atomos Presse

Aufbau und Design:

Das Modul wird direkt an den Ninja V angeschlossen, dadurch kommen 4 HDMI Inputs, ein USB-C und ein HDMI Ausgang dazu. Somit können vier Kameras verbunden werden. Der verbaute Ausgang des Recorders kann, wie auch der des Moduls als Vorschau, Multiview und Program Output verwendet werden. Mit Strom versorgt werden die Erweiterung und der Ninja V über ein mitgeliefertes Netzteil, leider nicht über Akkus.

Via USB-C wird der AtomX CAST mit dem Computer verbunden und scheint dort als 1080p Webcam auf. Damit können Video- und Audiofeed direkt in beispielsweise Zoom, Teams oder YouTube eingespeist werden.

Features und Software:

Da die Tasten äußerst minimalistisch gehalten sind, werden die meisten Funktionen über den Touchscreen bedient. Trotz der völlig neuen Software findet man beinahe alle wichtigen Funktionen sowohl für Audio-, als auch Videosteuerung. Für alle vier Quellen kann man sogar auf Focus Peaking, Waveforms und False Color zurückgreifen, für die richtige Kameraeinstellung allesamt hilfreiche Tools. Alle essenziellen Funktionen sind nicht in einem Menü versteckt, sondern direkt abrufbar. Das erleichtert den Workflow für Produktionen mit geringem Personalaufgebot erheblich.

Unangenehm fällt auf, dass leider kein Chroma-Keying möglich ist, somit können nur Grafiken im PNG-Format via SD-Karte importiert werden. Außerdem werden Bild-in-Bild und Grafiken nicht mit aufgezeichnet. Somit ist ein externer Computer mit OBS oder einer anderen Streaming-Software kaum verzichtbar. Es bleibt zu hoffen, dass die Grafikfähigkeiten des AtomX CAST mit Softwareupdates nachgebessert werden.

Konkurrenz:

Wer die eben genannten Kompromisse nicht eingehen möchte, hat mehrere Möglichkeiten: Blackmagic Design hat den ATEM Mini im Angebot, ein Switcher mit deutlich größerem Funktionsumfang wie Chroma-Keying, Kamerasteuerung und auch direktem Streaming vom Gerät. Was alle ATEM-Modelle hingegen nicht haben, ist einen verbauten Bildschirm.

Ebenfalls eine starke Konkurrenz ist die Yolo Box Pro, die das Streamen noch einfacher macht als der ATEM: Ein eingebautes LTE-Modul setzt nur ein Mobilfunknetzwerk voraus und eingebaute Grafikvorlagen wie Scoreboards erfordern noch weniger Vorbereitung. Der Switcher hat außerdem ein eingebautes Display und kann vollständig Standalone betrieben werden.

Fazit und Preis:

Das Zusatzmodell allein kostet rund 450 Euro, das Gerät gibt es aber auch als Bundle zusammen mit dem Recorder für rund 1000€. Für Bestandskunden, die also schon einen Ninja V haben, kann sich der AtomX CAST lohnen. Andernfalls empfehlen wir eher einen ATEM, weil dieser für viel weniger Geld deutlich umfangreichere Softwarefunktionen und mehr Knöpfe hat. Einen weiteren spezifischen Fall gibt es noch, für den der Switcher besser geeignet ist: Ist die Anzahl der Stromanschlüsse begrenzt, spart das Gerät Verteilerstecker im Gepäck.

Links:

Den AtomX CAST kaufen*:

Unser Artikel zum ATEM Mini Pro: https://philip-ollinger.at/2020/04/04/atem-mini-pro-unglaubliche-leistung-trotz-der-groesse/

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