So absurd es auch klingen mag, doch es stimmt wirklich: Bose verkauft jetzt auch Kopfhörer in Form von Brillen, die Bose Frames. Optisch ist fast kein Unterschied zu einer normalen Sonnenbrille zu erkennen, doch im Gestell verbirgt sich viel Technik. Wozu das gut sein soll und wie diese Idee überhaupt gut umgesetzt wurde, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die neue Gläser-Kollektion macht sie zu einer noch vielseitigeren Premium-Sonnenbrille. Schaltet man sie an, funktionieren die Bose Frames wie Kopfhörer und sind mit dem Smartphone des Nutzers, seinen Kontakten, dem Web und all seinen hörbaren Inhalten verbunden. Seit ihrem Marktstart in den USA vor sechs Monaten haben die Bose Frames die Wearable-Welt im Sturm erobert. Daher freuen wir uns nun sehr, ihre einzigartige Leistung unseren Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung zu stellen.

Mehul Trivedi (Bose)

Design:

Angeboten werden die Sonnenbrillen in zwei verschiedenen Designs. Die klassische Version wir unter dem Namen Alto, die runde unter dem Namen Rondo verkauft. Die Unterschiede zwischen den beiden Modellen bestehen aber ausschließlich in der Form des Gestells. Für beide Brillen einheitlich ist aber der etwas verdickte Rahmen, der kleine Knopf im Gestell und der Ladekontakt im inneren der Bügel.

Die Geräte werden als besonders hochwertig verarbeitet beworben, verwendet werden Nylon für die Brillenfassung, bruch- und kratzfeste Gläser sowie Scharniere aus Metall. Die Brillen wirken beide sehr modern, sind aber gleichzeitig zeitlos. Nur das runde Design ist unserer Meinung nach nicht wirklich zeitlos, doch das macht eine andere Funktion wieder wett: Die Brillengläser können je nach Bedarf ausgetauscht werden. Im Online-Shop sind verschiedene Versionen der Brillengläser erhältlich.

Verwendete Technik und Funktionen:

Um die Brille möglichst normal aussehen zu lassen, hat sich Bose ein komplett neues Konzept überlegt. Die bereits angesprochenen verdickten Bügel verstecken winzige Lautsprecher. Damit dabei der Sound aber in der Qualität ausgegeben werden kann, die wir von Bose gewohnt sind, wird die Technik eines In-Ear Kopfhörers einfach am Brillengestell montiert. Durch die Positionierung direkt am Ohr, ist der Klang in entsprechend guter Qualität, wobei man aber alles von der Umwelt mitbekommt.

Zusätzlich passt das Design zu jedem und fällt nicht auf. Sogar telefonieren kann man in Zukunft über seine Sonnenbrille, denn über einen vergoldeten Knopf können nicht nur Sprachassistenten „gerufen“ werden, sondern auch Anrufe gesteuert werden. Über Bluetooth werden die Brillen genau wie auch Kopfhörer gekoppelt und als Lautsprecher angezeigt. Auch die Reichweite ist vergleichbar mit “normalen” Kopfhörern, circa 9 Meter darf das Smartphone von den Bose Frames entfernt sein.

Bose AR:

Das größte Highlight an der nagelneuen Technik ist aber eine komplett eigene Auslegung der „Augmented Reality“ Technik. Anders als bei Datenbrillen wie der Microsoft Hololens 2 oder der Lenovo Think Reality werden die Informationen nämlich nicht über visuelle Einblendungen, sondern über Ansagen wiedergegeben. Solche Informationen können zum Beispiel Stadtführungen sein, die anhand von GPS und den Daten eines 9-Achsen Kopfbewegungssensors gesteuert wird.

Das bedeutet, dass Informationen über Ihren Standort und Ihre Blickrichtung gesammelt werden, aus denen dann Ihre Stadtführung errechnet wird. Diese Daten werden von der Bose AR App für iOS und Android ausgewertet und die daraus folgenden Audiodaten an die Brille weitergegeben. Mit zukünftigen Softwareupdates kann dieser Dienst dann noch weiter verbessert werden, welcher bis jetzt noch auf externe Datenquellen zugreifen muss. Trotzdem steckt hinter diesem Feature enorm viel Arbeit uns soll in den nächsten Jahren in noch mehr Hardware verbaut werden.

Akkulaufzeit und Transport:

Leichte Einbußen im Vergleich zu anderen Kopfhörern in dieser Preisklasse macht man bei der Akkulaufzeit. Der im Bügel fest verbaute Lithium-Ionen Akku kann Musik „nur“ bis zu 3,5 Stunden abspielen, ehe den Bose Frames der Strom ausgeht. Danach muss das Gerät über ein mitgeliefertes Poco-Pin Ladekabel an den Strom angeschlossen werden. Im Standby Modus hält der Akku circa 20 Stunden lang. Beim Design des Transportetuis war Bose nicht besonders kreativ, denn man bekommt tatsächlich nur ein einfaches Etui mitgeliefert. Darauf ist immerhin das Bose-Logo eingeprägt, alles ist in schwarz gehalten. Zusätzlich ist noch ein Stoffbeutel (wozu auch immer) im Lieferumfang enthalten.

Vor- und Nachteile der Bose Frames:

Wie wir bereits im letzten Absatz erwähnt haben, ist der größte Nachteil wohl die relativ geringe Akkulaufzeit. Dafür ist es um einiges schicker und unauffälliger, eine fast normale Sonnenbrille zu tragen, als mit klobigen Over-Ears unterwegs zu sein. Diese haben allerdings auch einen deutlich besseren Sound und schirmen die Umgebungsgeräusche ab. Das absolute Highlight der Bose Frames ist aber die Bose AR App und deren zugehörige Funktionen. Mit dieser Version kann die Software vielleicht noch keinen Reiseführer ersetzen, doch das Feature ist eine spannende und geniale Spielerei für alle, die sich gerne mit Technik beschäftigen.

Fazit und Preis:

Der Preis von circa 230 Euro ist für die Neuentwicklung noch in Ordnung. Gedanken machen sollte man sich aber, ob man für einen ähnlichen Preis nicht doch zu Kopfhörern wie den wie den Powerbeats Pro greifen sollte. Diese bieten für den Preis nämlich einen deutlich besseren Sound und auch die AR-Funktion sollte für den Kauf (noch) nicht entscheidend sein. Das liegt daran, dass das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt und noch einige Updates folgen müssen…

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
[Total: 0 Average: 0]

1 Kommentar

Bose Soundwear Companion: Noch ein Konzept?! | philip-ollinger.at · 21. Mai 2019 um 19:18

[…] wir in unserem letzten Beitrag bereist über außergewöhnliche Lautsprecher geschrieben haben, entdeckten wir gleich ein weiteres […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.